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Exkursionsbericht

 

Mineralien-Exkursion Binntal     

Am Freitag 28. Juli war für die Exkursionsteilnehmer für einmal etwas früher Feierabend. Denn wir wollten auf Mineraliensuche ins Binntal. Um 18:00 war Treffpunkt auf dem Parkplatz bei Binn. Von dort führte uns Leo mit seinem Landi so weit als möglich Richtung Albrunhütte. Damit sind immerhin 2/3 des Weges schon gemacht. Da nicht alle im Auto Platz hatten, musste Leo zwei mal fahren. Nach einer knappen Stunde kamen wir dann pünktlich zum Nachtessen auf der Hütte an.

Am Samstag war schon beizeiten Tagwach. Aber so richtig hell war's noch nicht, der Nebel hing im Tal. Aber so was kann uns ja nicht erschüttern. Durchs nebelnasse Gras ging bergauf, Richtung Ofenhorn. Dort oberhalb der grossen Dolomitwand teilt sich die Gruppe. Die Konditionsstärkeren gehen weiter Richtung Tälligletscher. Miggi und Renato suchen am einmal erstiegenen Ort nach Mineralien. Hauptsächlich Quarzspitzen fanden wir. Aber so richtig arbeiten mochten wir nicht. Es war zu kalt. Der Wind blies und der Nebel verbreitete ein klammes Gefühl. Gegen Mittag riss es dann doch etwas auf. Ah, wie taten die kurzen Sonnenstrahlen doch gut. Auch den Anderen machte die Feuchtigkeit Mühe, vor allem wenn sie steile, nassrutschige Grasborde queren mussten. Dank den sehr guten Lokalkenntnissen und geübten Auge von Leo konnten auch schon bald die ersten Anatase gefunden werden. Breitwillig teilte er sein Wissen um die Kluftanzeichen unseren drei Gästen mit, die schon bald auch die ersten Funde machten, sofern sie nicht gerade den Fotoapparat suchten (gell Klaus?). Gefunden wurden bis 3 mm grosse Anatase, Hämatit, Manetit, Adular, Muskovit, Phlogopit (in Dolomit) und natürlich Quarze und Pyrite. Christian hat weiter oben wieder mal eine schöne Quarzkluft gefunden. Auf dem Abstieg sind wir an einigen Türkenbunden vorbei gekommen. Auch dies gehört zum strahlen, die Natur in ihrer ganzen Pracht und Fülle zu gniesen.

Als wir am Sonntag aus den Schlafsäcken krochen, regnete es. Nicht fest, aber beständig. So ein richtig fieses Nebelniesseln. Also beschliessen wir, auf einen weiteren Strahlergang zu verzichten und nehmen nach einem gemütlichen Frühstück den Abstieg in Angriff. Aber einfach so wollen wir doch nicht nach Hause. Also statten wir der Grube Lengenbach, bzw. deren Halde, einen Besuch ab. Hier unten schien sogar die Sonne wieder und es wurde richtig warm. Bald einmal waren die ersten Realgare und Zinkblenden gefunden. Auch so kleine metallisch glänzende Kristalle, welche Leo nach eingehender Untersuchung ganz eindeutig als Sulfosalze identifizierte. Es ist schon eine Krux mit dem Bestimmen dieser Sulfosalze, aber schön sind sie halt trotzdem. Die neue Halde, ca. 200 m weiter, erwies sich als uninteressant. So nach zwei Stunden hatten wir dann doch genug vom 'sändälä'. Unten auf dem Parkplatz zeigte jeder seine Schätze, die er zum Tauschen mitgebracht hatte. Bald hatten wir eine kleine Börse. Und schon kamen die ersten Zuschauer und fragten neugierige, ob dies hier die Binntaler Mineralienbörse sei. Natürlich nicht. Aber so wurden wir nochmals daran erinnert, dass an diesem Wochenende in Binn noch Mineralienbörse ist, die wir dann auch noch besuchten.

Text: Renato Müller / Effretikon

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