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Exkursionsbericht

 

Mineralien-Exkursion Engstligenalp, erweitert um Steinlimi-Gletscher, Cornaux und Reuchenette


Anlaß für dieses lange Wochenende war der Vortrag, den Hartmut auf Einladung der Aargauer Mineralien- und Fossilienfreunde halten sollte über "Zeolithe".

Es ist sehr warm im Saal des Vereinslokals Carina. Nach Lösung des leidigen SteckdosenProblems präsentiert Hartmut mit seinen Dias abwechselnd technisch-wissenschaftliche Informationen über die Struktur und die Anwendung von Zeolithen und schöne Bilder von einer Vielzahl von Zeolith-Mineralien. Überraschend ist für die meisten, in wie vielen Dingen des täglichen Umgangs uns diese Mineralien-Gruppe (und ihre künstlich für bestimmte Anwendungen, z.B. Mikro-Filter, entwickelten Verwandten) begegnen. Die Ausstellung einiger Stufen seiner Sammlung rundet den Vortrag ab, und einige Dubletten finden leicht neue Besitzer.

Freitag: Hartmuts Wecker spinnt und reißt uns bereits um 4:50 Uhr aus dem Schlaf. Christian holt uns um 6 Uhr ab zu einer Tour zum Steinlimi-Gletscher am Sustenpass. Eine Stichstraße führt beinahe bis zum Gletscher, vorbei an einem vor kurzem explodierten Munitions-Depot. Hinterlassenschaften des Militärs werden uns an diesem Tag noch des öfteren begegnen. Wenigstens wird heute einmal nicht geschossen. Vorbei am Steingletscher steigen wir bei schönstem Wetter zu einigen frisch aus dem Steinlimigletscher freigelegten Felspartien. Schon unterwegs fallen uns einige kleinere Zerrklüfte auf und die Erwartung steigt. Bald wird heftig gemeißelt. Hartmut findet die erste Kluft seines Lebens und ist begeistert. Auch Klaus wird nach Christians Empfehlung, eine kleinere Kluft weiter zu bearbeiten, fündig: Stufen mit klaren Bergkristallen bis über 3 cm und mehrere blaue Kristalle mit der für Anatas charakteristischen Streifung. Der besondere Fund, ein dicker, ca. 5 cm großer Rauchquarz aber wird von Christian aus einer Kluft herausgearbeitet.

Auf dem Weg ins Tal steigen Temperatur und Windstärke steil an. In Meiringen läuft das Hygrometer nach unten aus der Skala, so trocken ist die Luft bei dem starken Föhn.

Samstag: Es ist bewölkt und auf der Fahrt nach Adelboden fängt es leicht an zu nieseln. Trotzdem warten bereits ca. 12 Aargauer Mineralienfreunde auf die Gondel zur Engstligenalp. Oben fängt es gleich richtig an zu regnen und es ist ordentlich kalt geworden, Grund genug, erst einmal einen Kaffee zu trinken. Als es nach über 1 Stunde nicht besser wird, ruft der Exkursionsleiter, Werner, zum Aufbruch. Bei Kälte, Wind und Regen ziehen wir zur Ostseite des Ärtelengrats, um dort nach Quarzen (vergeblich) und Calciten zu suchen. Beim Senn auf der Almhütte gibt es wenigstens einen heißen Kaffee. Und nach Rückkehr zur Bergstation darf sich jeder einen Engstligenalp-Quarz aus der Schachtel aussuchen. Da für morgen keine Wetterbesserung zu erwarten ist, werden die Zimmer im Berghotel abbestellt. Stattdessen übernachten wir in Cressier am Schweizer Jura, einem sehr schönen Ort mit vielen Weingütern, einem Schloss und sehr gepflegten Gärten. Bemerkenswert auch das gute Essen und der lokale Weißwein.

Sonntag: Cornaux empfängt uns und unsere Autos mit schmierigem Matsch. Die erhofften Fluorite sind heute nicht zu finden, aber doch einige ansehnliche Calcit-Stufen. Wir beschließen, unser Glück in Reuchenette zu suchen. Die Fund-verdächtige Schicht ist schnell gefunden, und schon nach kurzer Zeit sind einige schöne Coelestine sicher geborgen. Einige weitere werden leider beim Aufschlagen zerstört, so dass sich enttäuschte und begeisterte Reaktionen abwechseln.

Insgesamt ist Reuchenette ein erfolgreicher Abschluss eines ereignisreichen Wochenendes.

Text: Klaus

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