zurück zur Berichtsauswahl zu den Bildern dieser
Exkursion
Home

Exkursionsbericht

 

Fossilien-Exkursion in's Fricktal     

Leitung: David und Sämi Ernst

 

Die diesjährige Frühlingsexkursion führte uns in eines der bekanntesten (und traditionellen) Fossiliengebiete der Schweiz. Nicht weit davon entfernt, nämlich in Herznach, befindet sich ein stillgelegtes Eisenbergwerk mit seinen weltweit bekannten Ammoniten, Belemniten, Muscheln und Turmschnecken. Bereits seit dem Jahre 1207 gibt es Hinweise auf die Erzgruben im Fricktal. In der ganzen Region kommen beim Pflügen hin und wieder Fossilien zum Vorschein.

Ueber 20 Fossilienfreunde/innen trafen sich am Bahnhof Hornussen. Da ich diese Region schon oft besucht habe, war ich natürlich gespannt, ob ich einen neuen Fundort oder neue Fossilienschichten kennenlernen würde. Bei der Anfahrt vom Bahnhof bis zum Bauernhof am Hinterberg wurde mir aber bald klar, dass unser Besuch einer alten, seit etlichen Jahren bekannten Fundstelle galt.

An diesem Fundpunkt sind die Cordaten-Schichten sehr gut aufgeschlossen. Diese Schichten liegen über den klassischen Eisenerzschichten des Callovien und die Schichtdicke beträgt leider nur etwa 20 cm. Durch eine optimale Vorbereitung ( Entfernung des Humuses durch die Familie Bürge ) war das Graben teilweise nicht einmal nötig. Jeder fand einen Platz, um die Schichten zu bearbeiten. Es wurde fleissig geschaufelt, gekratzt und geklopft. Manch einer hatte am Abend seine Hände zu verarzten. Zum Glück hatten wir nach einigen intensiven Regentagen einen kalten aber wunderschönen Frühlingstag. In den Cordatenschichten braucht es eine gute Untersuchung jedes Steines. Man erkennt nicht sofort die Schönheiten, die in den Steinblöcken schlummern. Hat man sein Auge einmal geschärft, kann man aber wunderschöne Ammoniten aus diesen Schichten bergen! Natürlich wurden all diejenigen enttäuscht, die sich vorstellten, dass man die Ammoniten mit dem Eimer auflesen kann (nach 10-jähriger Erfahrung ist es mir noch nie gelungen!!). Interessant wird es aber, wenn man versucht, die Ammoniten und anderen Fossilien exakt zu bestimmen und zu präparieren. Da stösst man oft auch bei Bruchstücken auf wahre Seltenheiten. Gesichert sind die Funde von Cardioceraten, Euaspidoceraten und einem Haifischzahn! Aber haben Sie nicht auch Amoeboceraten und Taramelliceraten entdeckt? Das soll eine Aufmunterung sein, dass nicht alle Fossilienfunde einfach für die nächsten 20 Jahre im Keller in Vergessenheit geraten. Es könnte ja sein, dass die gemachten Funde für eine kleine Ausstellung in unserer Vitrine reichen würden?

Nach über 6 Stunden harter Arbeit liessen dann langsam die Kräfte nach. Beim Fachsimpeln neben metertiefen Löchern wurden die Pausen immer länger. Manch schöne Versteinerung wurde wahrscheinlich beim anschliessenden Aufräumen wieder der Erde zurückgegeben. Die Rucksäcke waren trotzdem recht schwer, da neben den Fossilien immer noch das Umgestein mitgeschleppt werden musste. Am Abend machte sich dann auch noch ein Spannen der Haut ( auf deutsch Sonnenbrand ) bemerkbar.

Alles in Allem war es ein gelungener Auftakt in die neue Saison. Im Namen aller Beteiligten möchte ich David und Sämi noch einmal recht herzlich für die kompetente Leitung dieser Exkursion danken. Gerade in der Region Fricktal ist es leider eine Seltenheit, dass man so unbeschwert grübeln darf.

Text: Georg Burkhardt

zurück zur Berichtsauswahl zu den Bildern dieser
Exkursion
Home