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Exkursionsbericht

 

Mineralien-Exkursion Gasterntal BE

Leitung: Kurt Spinnler

Bei strahlendem Sommerwetter trafen 10 TeilnehmerInnen dieser Exkursion etwa um 8.00 Uhr in Kandersteg ein. Nach einer kurzen Kaffeepause, bei der Hermann Ogi zu uns stiess, ging die Fahrt auf einer Privatstrasse mit drei Autos weiter zum Restaurant "Waldhaus" am Anfang des wunderschönen Gasterntales.

Nun hiess es Wanderschuhe und Rucksack anziehen, denn jetzt ging es unter Führung von Hermann Ogi Richtung Fundort. Bei einem vorerst gemütlichen Spaziergang auf dem alten Gemmiweg gewannen wir gemächlich an Höhe. Wir konnten dabei die mannigfaltige, farbenfrohe Bergflora bewundern: unter anderem blühende Alpenrosen, Knabenkraut, Silberwurz, Waldhyazinthen und den in diesem Tal heimischen Frauenschuh. Vor der Querung des Schwarzbaches montierte Hermann die Holzbrücke, damit alle sicher über das reissende Wasser kamen. Fertig war es mit dem gemütlichen Spaziergang, denn jetzt ging es steil bergan, auf teilweise rutschigem Gelände, unserem Ziel – der über 100 Jahre alten Calcitkluft, die auf etwa 1700 m ü. M. liegt – entgegen. Manch eine/r kam ins Schwitzen bei diesem Aufstieg über 350 Höhenmeter von unserem Ausgangspunkt aus, denn die Sonne stand hoch und brannte unerbärmlich auf uns nieder.

Endlich hatten wir es geschafft! Vom Rucksackdepot aus waren es nur noch 20 Meter bis zur eigentlichen Fundstelle – der Calcitkluft. Wobei gerade gesagt ist, dass es nicht viel über andere Mineralien zu schreiben gibt. Zu erwähnen ist, dass die Klüfte, in denen der Calcit zu finden ist, nicht in einer bestimmten Richtung liegen, sondern durcheinander. Draussen, neben und auf der Halde, wie auch innen, in der schattigen, kühlen Kluft, wurde tüchtig gearbeitet. Alle wurden fündig, aber es galt mit dem relativ harten Muttergestein und den leicht abspringenden Calciten fertig zu werden. Zu unserer Überraschung offerierte Hermann zu Mittag eine auf einem kleinen Holzofen gekochte, köstliche Minestrone, die wir hoch über dem Gasterntal im Schatten der Felsen geniessen durften. Nach dieser wohltuenden Pause und Stärkung ging es nochmals zur Kluft, wo einige arbeiteten, und andere die zauberhafte Aussicht genossen. Ein/e jede/r hatte letztlich gute Ware einzupacken, etliche grössere Calcitstufen oder Einzelspitzen wurden gefunden. Wohl alle dürfen mit ihren Funden und diesem schönen Tag zufrieden sein, zumal uns Hermann noch einiges lehrte über die Geologie und die Blumenwelt des Gasterntales.

Nach dem vorsichtigen Abstieg mit den schweren Rucksäcken genossen wir an der warmen Sonne im Restaurant "Waldhaus" gemeinsam einen Abschiedstrunk, bevor die leidige Rückfahrt in Angriff genommen wurde.

Einen Dank möchte ich aussprechen, dass ich als Gast an dieser erfolgreichen, wohl einzigen Exkursion teilnehmen durfte, einen Dank auch an Kurt, der diese Exkursion leitete, und an Hermann, der den Besuch in seine Kluft ermöglichte.

P.S. von Kurt Spinnler: Als Exkursionsleiter danke ich Hermann Ogi dafür, dass er das mir vor Jahren gemachte Versprechen: einmal die Calcit-Kluft besuchen zu dürfen, eingelöst hat. (Die Fundstelle ist privat und für Besucher nicht zugänglich.) Bei allen Exkursionsteilnehmern möchte ich mich entschuldigen: ich hatte auf der Einladung bei der Anmarschzeit die 1 vor dem ½ h vergessen.

Text: Jürg Regenz, Grenchen (Sektion Solothurn)
Bilder: Leo Klemm

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