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Exkursionsbericht      

 

Mineralien-Exkursion Alpe Sponda / Pizzo Forno

 

Auf Einladung unserer Aargauer Mineralienfreunde dürfen wir wieder einmal an einer alpinen Exkursion teilnehmen. Nach einigen Absagen sind wir nur noch 6, die sich am Donnerstag, 16.8. um ca. 15:30 Uhr am Restaurant Pizzo Forno in Chironico treffen. Es ist schwül-warm und der bevorstehende Aufstieg verspricht, eine schweißtreibende Angelegenheit zu werden. Ein Glück, dass wenigstens die ersten 500 der ca. 1000 Höhenmeter bis zur Hütte unsere schweren Rucksäcke (u.a. Werkzeug und Verpflegung für die Tage auf der Hütte) von einer Lasten-Seilbahn befördert werden.
Christian hüllt sich in eine Wolke eines (nicht nur) Mücken-vertreibenden Sprays, und los geht's ziemlich steil aufwärts durch den Wald auf einem gut angelegten Fußweg. Nach 1 1/2 Stun-den erreichen wir den Weiler Cala, dessen paar Häuser wohl nur noch als Feriendomizile die-nen. Unsere Rucksäcke warten schon auf uns, um nun unsere Kondition auf der zweiten Hälfte des Aufstiegs zu testen. Der Weg wird schmaler und führt z.T. an einer hohen und steilen Wand entlang. Schließlich verlassen wir den Wald und erreichen nach letzten anstrengenden Höhenmetern die Hütte auf der Alpe Sponda.
Wegen der etwas unsicheren Wetterlage ist die Hütte, die maximal 56 Gäste aufnehmen kann, an diesem Wochenende weniger als halb-belegt, so dass es in den beiden Gasträumen (je mit Küche) und den 3 Schlafräumen sehr bequem zugeht (abgesehen von der Geräuschkulisse in einem, unserem Schlafraum).
Nach einer Tomatensuppe erlebt die Hütte eine Premiere mit einem Schwäbischen Wurstsalat von Karl-Heinz. Dazu gibt's einen Walliser Weißwein (Johannisberg).
Am Freitag-Morgen regnet es zunächst, aber nach dem Frühstück bleibt es bis zum Nachmittag zwar bewölkt und teilweise neblig aber trocken, erst auf dem Rückweg streift uns ein Gewitter. Beim Aufstieg in Richtung Pizzo Forno gehen wir über mehrere Meter große Platten voll von Staurolith. Auch Kyanit (= Cyanit, Disthen) ist schon an vielen Stellen zu finden, aber Christian meint: liegen lassen, das finden wir noch besser.
Eigentlich wollte ich ja umkehren, sobald ein Seil notwendig wird. Als aber Christian an einer schlecht zugänglichen Stelle sein Seil um einen Fels bindet, das andere Ende in den Nebel hinabwirft und mir glaubhaft versichert, dass das Seil 8,9 kN auffängt, nicht abrutschen kann und der Knoten der beste aller möglichen Knoten ist, folge ich ihm doch hinab auf das unter uns stark abfallende Schneefeld. Östlich davon erstrecken sich große Geröllhalden und tat-sächlich finden wir hier überall schöne blaue Kyanit-Kristalle. Auch Tom, Hartmut und Karl-Heinz folgen nach und nach, während Claudia oben am Einstieg auf uns aufpasst. Hartmut füllt seinen Rucksack ohne an den Abstieg zur Hütte - und am Sonntag ins Tal - zu denken. Das Gewitter zieht im wesentlichen an uns vorüber, aber zum Nass-Werden reicht es.
Abendessen: Hörnchennudeln mit Tom's Bolognese-Sauce, Gurkensalat und guter Tessiner Merlot, danach Apfelmus.
Auch der Samstag fängt mit Regen an und bessert sich dann. Heute geht's entlang der tiefen Rinne "Ri di Vedle" zum Laghetto Gardiscio. Wieder finden wir schöne Kyanite und Staurolithe, aber auch Schörl, Rutil, Anatas und Quarze , wobei diese recht unterschiedlich gewürdigt wer-den: von "klein aber mein" (Klaus) bis zu "na ja" (die routinierten Strahler). Manchmal reißt es auf, dann lohnt es sich, Hammer und Meißel wegzulegen und die herrliche Bergwelt zu genie-ßen. Nach den Rücken- und Knie-Problemen vom Vortag singt Karl-Heinz heute ein Loblied auf seine Voltaren-Tabletten.
In der Hütte ist es etwas lebendiger als gestern, ein Hüttenwart leert die Kassen und zu Essen gibt es ein pikantes Couscous.
Am Sonntag bekommt der Hund des Hüttenwarts die letzten Landjäger zu essen, denn der Platz im Rucksack wird für Kyanite benötigt. Ab Cala schreiten wir wieder unbeschwert zu Tal.
Die Exkursion klingt in Lavorgo mit einem guten Tessiner Menu aus.

Text: Klaus Vogt

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